22.01.10

Dagegen!

Wir leben in Stuttgart, einer Stadt, die sich bereits 2003 zum Ziel gesetzt hat, die kinderfreundlichste Stadt Deutschlands zu werden. In letzter Zeit ist dieser Vorsatz arg ins Schlingern gekommen: Klassenräume schimmeln vor sich hin, in Schulhallen sammeln sich Wasserpfützen, in Kindergärten herrscht ein Mangel an Betreuungspersonal und Spielplätze gammeln vor sich hin (so auch unser Lieblingsspielplatz...).

Bereits zum dritten Mal beantragte einer der (wenigen) Kindergärten in unserer Nachbarschaft, Mittel für die dringend notwendige Renovierung des Gebäudes, sowie die Verschönerung des Außenbereichs, zugewiesen zu bekommen. Dabei handelt es sich um einen niedrigen sechsstelligen Betrag. Ich kenne diesen Kiga auch von innen, denn unsere Zwillinge sind dort für das kommende Kindergartenjahr angemeldet. Die Räume sind dunkel, abgenutzt, beim Ruhezimmer für die 2-3 Jährigen handelt es sich um eine ca. 9 qm große fensterlose Kammer mit einem Gitterbettchen. Beim kürzlich verabschiedeten Doppelhaushalt der kinderfreundlichen Stadt Stuttgart fiel dieser Ort für Kinder wieder durch. Dafür ist kein Geld übrig.

Für Stuttgart 21, dem Prestigeprojekt unserer aufstrebenden Metropole, ist aber sehr viel übrig. Auch die Stadt Stuttgart greift dabei mächtig in ihre Töpfe. Der Knüller: der vorgesehene Kostenrahmen von 3,1 Milliarden Euro wurde nun auf lächerliche 4,5 Milliarden Euro aufgestockt. Man hat sich da etwas verrechnet.

Das ist ein Skandal. Und wir sind dagegen.


1 Kommentar:

  1. Ich bin dafür - dafür, dass Du dagegen bist! Leider sind die wichtigsten Menschen in unserer Gesellschaft die, deren Budgets als erstes zusammengestrichen wird. Viel Erfolg beim Protest!

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