27.08.12

Der Rechtsverkehr hat uns wieder!

Nach beinahe 3 Wochen Linksverkehr auf der britischen Insel "mussten" wir uns gestern, back on the continent, wieder an die hiesige Fahrweise gewöhnen. Nicht nur die alte Straßenseite hat uns wieder, sondern auch die aggressive Fahrweise manch deutschen Straßenrambos (der vorzugsweise Fabrikate aus Süddeutschland, die keine 15 km von hier gefertigt werden, zu steuern scheint).

Aber Schwamm drüber. Denn wir haben eine wunderschöne Zeit in England verbracht. Drei Tage rund um London bei der Verwandtschaft und zwei Wochen an der cornischen Nordküste. Die lange Fahrt bis an den westlichsten Zipfel der britischen Insel hat sich gelohnt. Denn wo sonst in Europa gibt es so höfliche und humorvolle Menschen, die man auch noch sehr gut versteht und mit welchen man nette Konversation betreiben kann (leider beherrsche ich nur die englische Sprache "fließend"), so eine abwechslungsreiche Küste, wild aber dennoch perfekt für unsere Kinder, so schöne Gärten, so pittoreske kleine Hafenstäde (die jedoch leider im August total überlaufen sind) und Tage, an denen man wettertechnisch außer Schnee und Frost so ziemlich alles geboten bekommt und dennoch ein Strandbesuch möglich ist? Nirgendwo sonst als in Cornwall, behaupte ich jetzt einfach mal.

Es war unser erster großer Urlaub gemeinsam mit den Kindern und es hat prima funktioniert. Außer Stadtbesichtigungen und Wanderungen auf dem Küstenpfad, hier streikte unser Nachwuchs regelmäßig schon nach kurzer Zeit, war eigentlich alles möglich. Das Strandleben war fantastisch, der Nordatlantik sogar ohne Wetsuit bei 17 °C Wassertemperatur erträglich. Fanny und Simon mochten ihre Neoprenanzüge gegen Ende gar nicht mehr anziehen, sie haben sich einfach in der Badehose und bewaffnet mit ihren Body Boards in die Brandung gestürzt. Falls die Wasserratten nicht im Meer waren bauten sie Staudämme aus Sand, um den in die Bucht mündenden Wasserlauf aufzustauen oder gruben tiefe Löcher in den Sand. Das bedeutete freie Zeit für mich, in der ich ungestört lesen konnte. Tagsüber Bücher lesen, das hatte ich schon lange nicht mehr...

Strandleben und mehr:













An regnerischen Tagen machten wir Ausflüge, u.a. nach Padstow, Falmouth, Megavissey, Newquay und Tintagel.

Hafen von Megavissey


In den "Lost Gardens of Heligan". Könnte auch irgendwo in den Tropen sein ...


"Bedruthan Steps". Der Sage nach, soll der Riese Bedruthan diese Felsen als Treppe benutzt haben, um aus dem Meer zu steigen.


In Tintagel faszinierten uns ganz besonders die Überreste der sagenumwobenen Burg "Camelot" des König Artus. Die Burg muss riesig gewesen sein und ihre Lage auf einer Klippe hoch über dem Meer ist sehr beeindruckend.





Padstow mag zwar ein nettes Fischerstädtschen sein, aber vom Fischfang und dem ursprünglichen Leben ist dort nicht mehr viel zu sehen. Absolut auf den Tourismus sind die Ladengeschäfte dort ausgerichtet. Neben zig Teehäusern, die "Cream Tea" anbieten finden sich Gift Shops, Fressbuden, überteuerte Bekleidungsgeschäfte. Zum Glück haben wir die etwas abseits liegende Kirche entdeckt. Darin wurde gerade eine Quilt Ausstellung von sehr netten Damen vorbereitet, die uns noch Prideaux Place empfahlen. U.a. mit dem Hinweis, dass dieses Anwesen wohl schon des öfteren als Rosamunde Pilcher Filmkulisse diente.




Ein besonderes Schmankerl bescherte uns unsere Vermieterin, indem Sie uns ein paar ihrer selbst gefangenen Makrelen schenkte. Als durchschnittliche Mitteleuropäer vom Festland hatten wir jedoch noch nie einen Fisch ausgenommen. Geht aber ganz leicht. Und der Fisch schmeckte fantastisch!


Abfahrt auf der Autofähre bei schönstem Sonnenschein:


In Großtantes Garten:


1 Kommentar:

  1. toll. wunderbare fotos. sieht echt nach einem rundum gelungenen urlaub aus. danke fürs teilen!

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