Gestern morgen unternahmen wir zu dritt einen Ausflug mit unserem Auto (Sensation für die beiden kleinen Sturköpfe, denn sie fahren äußerst selten Auto) in den benachbarten Stadtteil. Vor einigen Tagen hatte ich dort bei dem Verdauungsspaziergang nach gutem indischen Essen, ein gar wundervolles Paar Schuhe für mich im Schaufenster eines Spielzeug-, Kinderkleidungs- und Outdoorgeschäfts (welch' Kombination von unterschiedlichen Geschäftsfeldern ... hätte mich stutzig machen sollen) erspäht.
Wir betraten also zu dritt den Laden, und warteten erst mal ein gutes Weilchen, bis sich die Ladenbesitzerin dazu bequemte, ihre Privatgespräche mit einer anwesenden Freundin, wegen der (lästigen? unnötigen? Chaos versprechenden?) Kundschaft zu unterbrechen. Fanny und Simon fanden die im Laden ausgestellten Kinderfahrzeuge sehr spannend und probierten sie aus. Das unterband die Ladenbesitzerin sofort, denn dadurch würde Ware beschädigt und das ginge so nicht. Währenddessen probierte ich – bereits widerwillig – das erste Paar Schuhe an. Fanny und Simon aßen ein Stück Brezel, ein Versuch meinerseits, sie etwas ruhig zu stellen (im Spielzeuggeschäft, haha). Die süßliche Ladenbesitzerin reagierte wie folgt:"Eigentlich darf hier drin nicht gegessen werden. Aber für euch beiden mache ich heute ein Ausnahme." Ich überlegte, ob ich den Schuhkauf jetzt sofort abbrechen soll und das Geschäft wortlos verlasse. Aber ausnahmsweise passten mir die Schuhe. Kurz bevor ich mich endgültig entschloss zuzuschlagen (also jetzt nicht ins Gesicht der Verkäuferin sondern bei den Schuhen), fuhr die bl*de Kuh Fanny und Simon erneut an, sie sollten bitte ihre Finger von irgendwas lassen, das ginge sonst kaputt. Ich packte umgehend meine Sachen mit den Worten "Ich glaube, wir lassen das mit dem Schuhkauf" und verließ die Örtlichkeit.
Sie hätte ein gutes Geschäft machen können, denn für meine Kinder hatte ich auch perfekte Schuhe entdeckt. Aber scheinbar hat sie ihren Beruf verfehlt oder ist auf Kundschaft nicht angewiesen. Wir verbrachten dann noch einen schönen Morgen im Park vor dem Laden. Ließen Blätter im Bach schwimmen, liehen uns die Kinderfahrzeuge vom Inder und hatten viel Spaß beim planschen.
Gestern habe ich die Schuhe im Internet bestellt. Die Größe wußte ich ja, sie müssten morgen hier ankommen.
10.06.10
Mittwoch morgens im Kinderfachgeschäft
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Widerwillen
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Da kann ich nur sagen, Pech gehabt Frau Verkäuferin.
AntwortenLöschenSchade eigentlich, dass ein SPIELZEUGLADEN seine kleinen Kunden dermaßen vergrault.
Liebe Grüße Laura
Wegen solchen Erlebnissen kaufe ich mittlerweile fast alles (ausser Lebensmittel) übers Internet.
AntwortenLöschenBoah, das geht ja gar nicht!
AntwortenLöschenUnd auch noch im Spielzeugladen!
Da haste genau richtig reagiert - ich wäre auch gegangen!
Liebe Grüße
und viel Freude mit den neuen Schuhen (vielleicht folgt ja ein Bild?)
Papagena
Ich glaube, das sind dann so die Läden, die ihr Hauptgeschäft eh über das Internet machen, die Läden, wo man denkt, wie können die sich halten, da ist doch nie jemand (Kunde) drinnen.
AntwortenLöschenIch wäre auch gegangen!
Liebe Grüße
So wie ich Dich hier im Blog erlebe, denke ich, dass Du Deine Kinder schon versuchst, unter Kontrolle zu halten. Und abwägst, wie weit die Kinder in einem Laden gehen dürfen und wie frei sie sich bewegen können. So mache ich das jedenfalls.
AntwortenLöschenIn manchen Läden gibts "kurze Leine" und in manchen sehen wir uns an der Kasse wieder.
Wenn dann Wer-auch-immer so saublöd daherkommt, dann kaufe ich auch woanders. Echt, da geht mir die Hutschnur hoch!
GUT GEMACHT!
@ madrina:
AntwortenLöschenJa, ich glaube auch, dass dieser Laden vom Verkauf über das Internet lebt. Die haben auch einen ziemlich professionellen Webshop. Aber trotzdem ...
@ seemownay:
Oft nehme ich die Kinder gar nicht mit zum Einkaufen, weil es mir zu heikel ist. Und ich/wir sind auch ziemlich streng, was das Anfassen und Verlegen von Waren angeht. Aber in diesem auf Kinder ausgelegten Laden ... da kann ich von meinen Kindern doch nicht verlangen ruhig neben mir sitzen zu bleiben. Man geht doch hier von etwas Toleranz gegenüber Kindern aus.
LG
Barbara
... vor allem: immer gleich vorauszusetzen, dass kinder gleich die sachen kaputt machen, die sie anschauen oder anfassen. das ist an sich schon eine blöde einstellung. und gerade kinderspielzeug muss es ja aushalten können, dass ein kind es in die hände nimmt! das sind genau die leute, die vergessen haben, dass sie auch mal klein waren. ätzend.
AntwortenLöschenNun, es gibt her eine und die nadere Seite...
AntwortenLöschenIch selber arbeite in einem Bekleidungs- und Spielzeuggeschäft und da erlebe ich Mütter, die ihre Kinder mit einem Eis durch den Laden schicken und sich in aller Ruhe die Sachen anschauen, währenddessen reißen die lieben kleinen die Sachen aus den Regalen und wischen sich ihr allerliebstes Eisschnütchen an den T-shirts ab.
Oder die Mütter stehen da unterhalten sich mit ihrer besten Freundin und die Kinder donnern mit dem ausgestellten Spielzeug rum. Wir haben extra eine Spielecke.
Ausgerechnet diese Mütter fragen dann auch immer, ob wir das Spielzeug nochmal eingepackt haben oder ob es das vielleicht für die Hälfte gibt, sind ja schon Fettflecken von den Kinern drauf!
Natürlich gibt es auch Verkäuferinnen, die sich irgendwann herablassen, einem zu helfen. Das finde ich ganz fürchterlich.
Ich möchte damit nicht sagen, daß deine Kinder nicht ordentlich erzogen sind (oder dergleichen, kenne dich ja auch nicht). Nicht das hier ein Mißverständnis auftaucht, aber manchmal muß man auch die andere Seite sehen.
Liebe Grüße,
Kerstin
PS:
Ich selber habe vier Kinder ...